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Mit dem Unbekannten Freundschaft schließen

Zanzon-Ho “Survival“ kennt viele Spielarten, z.B. Freizeit-Survival, militärisches Survival, primitive Survival oder Extrem-Survival. Der Fokus unterscheidet sich, das Wesentliche jedoch nicht: bedrohliche Situationen zu überwinden.

 

Wetterschutz, Wasser, Nahrung, Feuer und Orientierung sind Leitprinzipien, um die eigene Unversehrtheit zu gewährleisten. Wie der einzelne diese umsetzt, bleibt ihm selbst überlassen, Hauptsache es funktioniert. So orientiert sich der eine mit dem Kompass und ein anderer an den Sternen.

 

Ein kardinales Element ist, sich auf das Allernötigste zu beschränken. So viel wie nötig, so wenig wie möglich, besonders wenn es um lange Wanderungen und Bergsteigen geht. Jedes gesparte Kilo ist Gold wert. Erfahrene wissen: das Ausrüstungsgewicht schrumpft proportional zur Verminderung der Angst.

 

Doch das Geheimnis für gutes Zanzon-Ho liegt in der mentalen Einstellung: Kanjin Kaname “mit dem Herzen und den Augen der Götter“ zu sehen. Dies ist ein Ausdruck für Bewusstsein und Gelassenheit. Sie ist geprägt von einer lebendigen und heiteren Gegenwärtigkeit und bildet die Basis für Angemessenheit und Achtsamkeit in der freien Natur.

 

Dieser Aspekt macht Zanzon-Ho zu einem Teil des Ninjutsu Juhakkei, dessen 18 Fächer mit Seishin Teki Kyoyo “der Reinigung und Schulung des Geistes“ beginnt. Wer sich in der Natur mit einer unangenehmen oder anstrengenden Situation konfrontiert sah und diese erfolgreich überwunden hat, weiß um die transformierende Kraft, die solch ein Training für das Selbstbewusstsein hat. Die Folge ist eine Umattribuierung von Negativen oder das Unangenehme lieben lernen.

 

Ob es eine Nacht unter freiem Sternenhimmel im heimischen Garten oder eine anstrengende Alpenwanderung - entscheidend ist, dass man angemessen für sich beginnt, die Sicherheit des Gewohnten zu verlassen, um seine Erfahrung der eigenen wie auch der Natur, in der wir leben, auszudehnen.

 

Der Dalai Lama sagte: “Besuche einmal im Jahr einen Ort, den du noch nicht kennst.“

 

Banpen Fugyo

 

Anmerkung:
- Foto: Watzmann Gebirge, Berchtesgaden, unterm Hocheck, ca. 2630m NN, nach dem nächtlichen Biwak, 24.7.2018

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